Es war einmal vor 20 Jahren!

Und wenn die Missstände nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …



Aktion Filmfrauen


Brigitte Mayr berichtet über das Rahmenprogramm der Welser Filmtage 1987: Die FILMFRAUEN, die sich seit Anfang 1986 als „Aktion Filmfrauen“ formiert haben, legen in einer Pressekonferenz noch einmal ihren (für Männer) spektakulären, (für Frauen) einsichtigen Forderungskatalog vor: da viele Auswahlgremien (z. B. der Österreichische Filmförderungsfonds) nur von Männern besetzt sind, forderten sie in zahllosen öffentlichen Briefen für die nächsten 5 Jahre jeweils eine rein weibliche Besetzung, später eine 50% Quotenregelung. Sie berichten darüber, dass ihr Forderungskatalog bis jetzt noch nicht erfüllt sei, sie jedoch in weiteren zwangslosen Treffen zwischen Kurz/lang/Experimentalfilmerinnen, zwischen Produzentinnen und Verleiherinnen in Österreich ihre Aktionen weiterführen wollen und verweisen auf die deutschen Filmfrauen, die mit einer Verfassungsklage dieselben belange betreffend für ausreichenden Wirbel und somit wichtige Diskussionen gesorgt haben.


Brigitte Mayr: „Durch dick und dünn“, in: AN.SCHLÄGE Jänner 1988.


Verhängnisvoller Film

„Nach Aids vermiesen einem auch noch terroristisch angehauchte Mätressen den wohlverdienten ehelichen Seitensprung. Noch dazu mit Methoden, wie sie sonst nur Alfred Hitchcock einfallen könnten.“ Mit solchen vollmundigen Macho-Sprüchen wurde Paramounts Kassenschlager des Jahres 1987 Fatal Attraction (Eine verhängnisvolle Affäre) in der Regie von Adrian Lyne bedacht.

Sabine Perthold: „Ein verhängnisvoller Film“, in: AN.SCHLÄGE März 1988.




Valie Export - Tapp- und Tastkino, 1969 - 1971 (Foto: perform feminism - http://bodytracks.org/)


Deutsche Filmfrauen klagen ihr Recht ein

Dass Filmemachen noch immer eine Männerdomäne ist, beweist nicht zuletzt der Wettbewerb der Berlinale 1988. Von 20 Beiträgen entstand nur ein einziger unter der Regie einer Frau: Agnes Varda wurde mit Kung Fu Master dann auch von den Preisrichtern übersehen. Auf der Siegerbank saßen ausschließlich Männer.

Abseits der Berlinale trafen sich die deutschen Regisseurinnen, Produzentinnen, Schnittmeisterinnen, Kamera- und Tonfrauen, und alle anderen ,die in irgendeiner Sparte der Filmindustrie tätig sind und sich im Verband der deutschen Filmarbeiterinnen organisiert haben. Die einzigartige Interessensvertretung, die nun seit fast 10 Jahren besteht, sucht noch weitere Mitarbeiterinnen zu r Unterstützung einer Verfassungsklage, die im Dezember 1987 von 36 Frauen wegen mangelnder filmpolitischer Gleichbehandlung einbracht worden ist.

Begründung der Klage: Verfassungsnorm und Verfassungswirklichkeit decken sich nicht und sind nur durch gesetzliche Maßnahmen in Einklang zu bringen. Seit 1949 steht die Gleichstellung in der deutschen Verfassung, dem Vollzug stehe nichts im Wege, meinen die Frauen. Sie verlangen 50% der Arbeitsplätze und 50 % der Gremienplätze im Filmbereich. Die Chancen für die Klägerinnen stehen nicht schlecht. Die Resonanz auf ihr Engagement war jedenfalls enorm.

Michaela Kaiser: „Golden Lorbären“, in: AN.SCHLÄGE Mai 1988.


Gendergerechte Sprache als Rotkreuz-Sammelaktion

Armin Thurnher arbeitete sich bereits im Jahr 1988 in dem von ihm verfassten FALTER-Editorial an einer Gender-Sprachregelung ab:
„Als männliche wie weibliche Formen werden offensichtlich jene Appendices empfunden, die das fortschrittliche Gemüt an einem ins Wort gehackten Schrägstrich anzuhängen pflegt. Es sind die beliebten Falter/INNEN. Der Schrägstrich soll vermutlich „und-oder“ bedeuten und in seiner Abbreviation mitteilen, dass hier meist unterschlagenen Frauen einmal nicht vergessen werden.“ Da aber Thurnher das allerfortschrittlichste Gemüt zu haben scheint, erkennt er im Folgenden die „Gefahren“ des Schrägstrichs vor der weiblichen Endung:
„In Wahrheit birgt der Schrägstrich die vollste Verachtung, weil er die Mühe erspart, nachzudenken, ob von Frauen oder Männern die Rede ist. Das kümmerliche Anhängsel ‚/innen’ oder ‚Innen’, wie es auf neudeutsch fortschrittlich heißt, gleicht einem jener Rotkreuz-Abzeichen, die man sich bei öffentlichen Sammlungen anheften lässt als Signal dafür, dass man gespendet hat.“
Anmerkung: Tatsächlich hat Thurnher das Stadtmagazin Falter noch viele Jahre lang appendix-frei gehalten.

Armin Thurnher: Editorial, in: Falter Nr. 30/1988.



cindy cherman
Cindy Sherman, "Untitled Film Still #3", 1977 (Foto:
einzig-art.blogspot.com/)



Weibliche Rollenklischees im Film

Der Film, ein Produktionsbereich, der fast ausschließlich von Männern beherrscht und definiert wird, hat wie kein anderes Medium das Bild der Frau in eine beschränkte Anzahl immer wiederkehrender Stereotypen gepresst. Grob gesprochen lassen sich die Mehrzahl der Frauengestalten auf zwei antagonistische Typen reduzieren: Unschuldsengel / Femme fatal, gute Kameradin / Pin-up-Girl, Ehefrau / Geliebte, Mama / Hure. Die weiblichen Stereotypen sind fast ausschließlich durch ihr Verhältnis zur Sexualität definiert und eindeutige Projektionen männlicher Wunschbilder.

Brigitte Mayr: „Frau versus Mann, Kolonialisierte versus Kolonisator“, in: AN.SCHLÄGE März 1989.


 

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Frauennachttaxi in Gießen 
 

Gießen, Deutschland: Die Einrichtung eines Frauennachttaxis besteht bereits seit 2 Jahren. Es steht allen Frauen täglich von 19:00 bis 3:00 Uhr zur Verfügung. Der Preis pro Fahrt beträgt je nach Zone 1,50 DM bis 2,50 DM. Die Idee für dieses Projekt stammt von einer Giessener Frauengruppe, deren erklärtes Ziel der unbedingt notwendige Schutz der Frauen vor Gewaltverbrechen war.
Da sich zu Beginn die Taxiunternehmen sträubten, da sie sich um ihren Verdienst gebracht sahen, sprang die Stadt ein und subventionierte das Projekt.
Ob in unserem Land wohl auch ein solcher löblicher Versuch gestartet werden könnte???

Claudia Dräxler: „Erfahrungen mit dem Frauentaxi“, in: AN.SCHLÄGE März 1989.


Weibliche Schwellenangst vor technischen Fächern?


Wissenschaftliche Studien können Licht in geschlechtsspezifische Rollenverteilung bringen. So hat beispielsweise eine Untersuchung im Auftrag des Wissenschafts- und Unterrichtsministeriums – durchgeführt vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft – festgestellt, dass Mädchen in Mathematik besser sind als Buben. Die Befragung von MaturantInnen (6% eines Jahrgangs) ergab, dass 36% der Mädchen und nur 35% der Burschen ein „sehr gut“ in diesem Fach hatten.
Warum nun aber Mädchen signifikant seltener einen mathematischen oder technischen Beruf wählten, orteten die Experten in einem starken Minderwertigkeitskomplex der Mädchen. Denn nur 17% der Maturantinnen wollen ihr mathematisches Können auch tatsächlich verwerten. Bei der Auswahl des Studiums wird dieses Manko noch offensichtlicher, da nur noch 6% aller studierenden Frauen ein technisches Fach wählen.


Anita Prammer
: „Frauen sind die besseren Mathematiker“, in: AN.SCHLÄGE März 1989.



Martha Rosler

Martha Rosler - Film-Still aus dem Video "Semiotics of the Kitchen" (Ausschnitt), 1975 (Pressefoto, © Martha Rosler)

 


Chancengleichheit in der Medizin


Medizin studieren jetzt schon mehr Frauen als Männer, und das sogar meist schneller und besser. Allenfalls nach dem Studium, wenn es um einen Turnusplatz geht oder um eine Facharztstelle, dann haben es Frauen auch heutzutage manchmal ein bisserl schwieriger, aber eigentlich haben es eh alle schwer, die Männer genauso. Und die Primare oder Vorstände, die keine Frauen an ihren Abteilungen haben wollen, streben ja schon aus. („An dieser Abteilung können Sie höchstens als Putzfrau arbeiten, Frau Kollegin!“)
Bloß Kinder sollte frau keine bekommen (können). Wie hat das ein Ärztekammerfunktionär so treffend ausgedrückt: „A Stö an da Uniklinik, da miaßatn S´ scho Ihrn Uterus in Spiritus mitbringan.“

Antonia Cicero: „Uterus in Spiritus“,in: AN.SCHLÄGE März 1989.


 

Steuerung des filmischen Blickes

Die feministische Kinotheorie analysiert den Aufnahmeapparatur des Films, die Kamera, als Augenmetapher. Das Kamera-Auge, gesteuert von Menschen (Männer)hand , ist es, das durch die Welt fährt, Perspektiven in sie schneidet, auswählt, seinen Blick auf bestimmte Dinge richtet und sie dem Zuschauerinnenblick im Bild offenlegt. Die Betrachterin kann nicht anders, als dem Blick der Großaufnahme zu folgen, dem Schwenk, der Fahrt durch den Raum kann sie sich nicht entziehen. Die Kamera schreibt vor, was bedeutungsvoll ist. Die Identifikation der Zuseherinnen läuft so über die Schiene des männlichen Blicks (Regie) ins Filmbild. Hier sieht sich die Frau als Wesen, das erblickt wird, sich dem Blick preisgibt und der Mann als Träger des aktiven Blickes. Die Frau steht somit vor, der Mann hinter der Kamera.

Brigitte Mayr: „Frau versus Mann, Kolonialisierte versus Kolonisator“, in: AN.SCHLÄGE März 1989.


Schmuck ist nicht geschlechtsspezifisch


Die ehemals gesellschaftlich problematische Betrachtungsweise von Frau und Schmuck , die den Wert der Frau nach den zur Schau gestellten hochkarätigen Klunkern hochgerechnet hatte, unterlaufen die beiden Schmuckkünstlerinnen Verena Formanek und Veronika Schwarzinger, die jahrelang Österreichs einzige Galerie für zeitgenössischen Schmuck führten. Als Grund, weshalb in Österreich immer noch mehr Frauen als Männer Schmuck tragen, sehen sie in der Feigheit der Männer: „Das hängt sicher mit der körperfeindlichen, katholischen Kultur zusammen; und mit dem praktizierten Militarismus, der als einzigen Schmuck Orden akzeptiert.“

Sabine Perthold: „Das verflixte 7. Jahr. Porträt über die Wiener Schmuckgalerie V&V“, in: AN.SCHLÄGE April 1989.


 

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Besonders „bevorzugte“ Beginnzeiten


„Von Frauen gedrehte Filme sind vom Veranstalter in besondere ´Reservate´ abgedrängt worden“, berichtet Brigitte Mayr über die VIENNALE 1989. „Floor Foekels (NL) Taxi in der Nacht, der um 5 Uhr morgens im Rahmen der Filmnacht gezeigt wurde, eben so wie Imago von Pamela Robertson-Pearce (CH), ein Porträt über Meret Oppenheim, das um 1 Uhr nachts Premiere hatte, oder Mira Nairs Film Salaam Bombay (Indien) der der Filmreihe ´Kinderschicksale´ zugeordnet wurde.“

Brigitte Mayr: „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, in: AN.SCHLÄGE April 1989.




Margarethe von Trotta - Film-Still (Ausschnitt) aus "Die bleierne Zeit", 1981. (Foto: Pressefoto
© picture alliance/KPA)


Ignorantenstadl Östereich


Bis zu österreichischen Intendanten dringt der Anreiz nicht, Kompositionen von Frauen in eigenen Produktionen an ihren Theatern herauszubringen, oder gar neue Werke bei Komponistinnen in Auftrag zu geben. Maximal wird bereits Bewährtes als Gastspiel im Rahmen eines Festivals eingekauft.
Dieses grundlegende Misstrauen gegen Fähigkeiten von Frauen, in diesem Fall gegen ihre künstlerische Qualität, kommt immer dort zum Tragen, wo besonders viel Geld im Spiel ist- und das ist am Musiktheater freilich der Fall.

Ursula Simek: „Frau – Musik – Theater“, in: AN.SCHLÄGE April 1989.


Wiener Staatsoper fest in Männerhand


Die Musikwissenschafterin Ursula Simek schreibt anlässlich eines Berichtes über die Musiktheater-Regiseurin Ruth Berghaus und die Choreographin Arilia Siegert über folgendes Faktum: Die Wiener Staatsoper ist für Künstlerinnen, wenn sie nicht gerade Sängerinnen oder Tänzerinnen sind, ein harter Boden; nur wenigen Frauen gelang und gelingt es, im höchstsubventionierten Theaterbetrieb Österreichs ausreichend beachtet zu werden.

Ursula Simek: „…Bis du vollkommene Harmonie erreichst…“, in: AN.SCHLÄGE Dezember 1989.


Männergeschäft Parlament

Seit ein paar Monaten kann der Nationalrat zum ersten Mal seit der Einführung des Frauenstimmrechts einen Anteil an weiblichen Abgeordneten verzeichnen, der über 10% liegt. Dies ist der Grünen Alternative zu verdanken, die für 2 Männer und eine Frau drei Frauen nachrücken ließ. Quantitativ hat sich dadurch noch nicht so viel verändert: statt 25 sind jetzt 27 von 183 Abgeordneten weiblich.
Es kann doch unmöglich demokratische Politik sein, wenn 54% der Bevölkerung auf 15% der Mandate und Funktionen beschränkt ist!

Alexandra Bader: „Grüne Frauen im Parlament“, in: AN.SCHLÄGE April 1989.




Valie Export - Filmstill (Ausschnitt) aus "Unsichtbare Gegner", 1977.
(Foto:
Filmarchiv Austria)


 

Die Journaille ergießt sich wieder mal
über Elfriede Jelinek

Eben erschien Elfriede Jelineks neuester Roman „Lust“. Die Kritiken überstürzen einander während der letzten Tage und sind zum Teil sehr decouvrierend, spiegeln sie doch das Unverständnis unserer Gesellschaft wider. Vorausschickend lässt sich feststellen, dass keine sprachkritische Auseinandersetzung stattfand, sondern die Kritiken „prasseln durch die Wände ihrer Unterwäsche.“ Was heißen soll, dass die Schriftstellerin als Frau und Privatperson aufgrund ihrer radikalen Arbeit und ihrer Offenheit gegenüber den Medien diskreditiert und pathologisiert wird. Sie selbst meint dazu: „Es gibt eine Art kollektiver Häme und Verachtung, mit der man das Werk eines Mannes, auch wenn es missglückt ist, nicht überschütten würde.“

Sabine Perthold: „Kritiken geprägt von kollektiver Häme“, in: AN.SCHLÄGE Mai 1989.


 

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Was wäre wenn?


Wie könnte eine feministische Revolution aussehen?

Kaputte Kinoprojektoren, Viren in den Computerprogrammen, Kinder im Rathaus, ungemachte Betten, Studentinnenstreiks gegen die Zulassung von Männern zum Gynäkologiestudium, die Veröffentlichung der Namen von Vergewaltigern und schlagenden Ehemännern in Kaufhäusern, Betrieben und U-Bahnstationen, eine Fotografin vor jedem Pornoladen; Verkäuferinnen, die Männern das Lächeln verweigern, Kellnerinnen, die Frauen den besten Tisch zuweisen, Sekretärinnen, die bei Stellenbewerbungen Frauen vorreihen, TV-Sprecherinnen, die Nachrichten über Frauenkämpfe aus dem Papierkorb fischen, weibliche Abgeordnete, die im Bundestag von Dingen reden, die ihre männlichen Kollegen vor aller Welt die Contenance verlieren lassen.
Und immer und überall die Blockierung der „richtigen Politik“ durch die leidige Forderung nach Quotierung!

Erica Fischer: „Unfälle, die sich häufen“, in: AN.SCHLÄGE September 1989.


Die Ausnahme von der Regel


Im Bereich Hygiene ist es besonders wichtig, Frauen zu zeigen. Handelt es sich um gewöhnliche Putzmittel – seien sie für Geschirr, Bad, Klo, Boden oder Möbel, kommt eine leichtgeschürzte Frau ins Bild, die eine Pal-Pedigree-Lebensfreude ausstrahlt, und sich nichts Schöneres vorstellen kann, als endlich wieder mal die angebrannte Kruste vom Gröstl aus der Pfanne zu schaben.
Hat sie aber „ihre Tage“, dann verspricht ihr Mimosept Comfort, Tampax und OB mit Hilfe eines Tampons schwimmen zu können wie ein Fisch im Wasser, reiten wie Winnetou oder Radfahren wie Eddy Mercks. Bei der Bewerbung all dieser zu sportlichen Höchstleistungen führenden Zellstoffprodukten ist die gezeigte Frau immer angezogen. Im Normalfall kann eine Frau in der Werbung nicht nackt genug sein, während ihrer „Tage“, die um keinen Preis mit dem Wort Blut in Zusammenhang gebracht werden dürfen, ist es besser, keine nackten Hautflächen zu zeigen.

Stefanie Holzer: „Menstruieren macht Spaß, komm mach mit!“, in: AN.SCHLÄGE September 1989.




Foto: flickr.com - Upload by clr - http://www.flickr.com/



 

Erste feministische Kulturzeitschrift Europas


1981 erschien erstmals eine aufwändig gemachte feministische Kulturzeitschrift namens „Eva & Co.“, die erste Europas. Innerhalb der Zeitschrift gilt der Grundsatz, eine möglichst große Vielfalt zu einem Thema wie „Macht“ oder „Gewalt“ durch das Einbeziehen konträrer Aspekte zu erlangen. Demzufolge bestand das Redaktionskollektiv der ersten Stunde aus bildenden Künstlerinnen, Theoretikerinnen, Juristinnen, Literatinnen und einer Musikerin, nämlich Eva Ursprung. Gemeinsam mit Veronika Dreier war sie Gründungsinitiatorin.
Zu Beginn sammelten die Frauen Papierüberschüsse in Druckereien und haben die Hefte selbst gebunden. Heute erhält die Kulturzeitschrift eine Subventionsspritze der Grazer Frauenbeauftragten und Mitbegründerin des Grazer Frauenhauses Dr. Gerte Schurz.
Die Zielsetzungen lauten: Verbesserung der Situation von Künstlerinnen auf sozialem und künstlerischem Gebiet, dokumentarische Tätigkeit, Erwachsenen- und Bewusstseinsbildung und aktive Teilnahme am aktuellen kulturpolitischen Geschehen.

Sabine Perthold: „EVA & CO, ein feministisches Gesamtkunstwerk“, in: AN.SCHLÄGE Mai 1989.


Ausverkauf weiblicher Organe


Auf die Frage nach den negativen Auswirkungen der Gentechnologie auf Frauen antwortet Claudia von Werlhof, Inhaberin des ersten Lehrstuhls für feministische Theorie an der Universität Innsbruck: „Sie brauchen ja nicht mitzumachen. Du brauchst nicht zu den Massenuntersuchungen zu gehen, du brauchst dir nicht in den Bauch zu pieken lassen, du brauchst dir nicht die Eier klauen zu lassen.
Die Frauen fangen selbst an, sich zu verwerten, sei es, indem sie diese Leihmutterschaftsprostitution, die Gebärprostitution, wie Gena Corea das nennt, betreiben oder sich stückweise verkaufen, die Eier, den Uterus, die Nieren etc. wie diese Laurie Andrews das in den USA als feministische Strategie propagiert. Das ist das Ende des Individuums.“

Beate Soltész und Sabine Perthold im Gespräch mit Claudia von Werlhof: „Mensch versus Natur“, in: AN.SCHLÄGE Oktober 1989.


 

Loading Ludwig und Mimi Minus


Bei den Welser Filmtagen 1989 liefen zwei herausragende Arbeiten: eine davon war Loading Ludwig. Mit welchen absurden Rollenzuschreibungen und Erwartungshaltungen Frauen konfrontiert werden, zeigt Mara Mattuschkas und Michael Petrovs „lalographisches Monument“ mit dem Titel Loading Ludwig.
Mattuschka alias Mimi Minus, belädt sich hier selbst durch einen Tastendruck auf einer Schreibmaschine mit einer Vielzahl von Rollenvorbildern: Als Königin, als Vamp, Hausfrau, Prostituierte, Badewannennixe und Boxerin wandert sie aus dem Computerzeitalter in die Vergangenheit und wieder zurück.

Gabriele Szekatsch: „Greif nach anderen Bildern“, in: AN.SCHLÄGE Dezember 1989.


 

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The Abotess and the Flying Bone


Als weiteres Beispiel für stereotypensprengendes Kino bei den Welser Filmtagen 1989 nennt Gabriele Szekatsch den Kurzfilm mit dem etwas sperrigen Titel The Abotess and the Flying Bone von Angela Hans Scheirl und Dietmar Schipek. Im Stil der schrillen Überzeichnung von Horror- und Adventure-Comics wechseln die drei Hauptfiguren ständig ihre Identität. Sie verstoßen aggressiv gegen Tabus wie Sodomie oder Kannibalismus. Wie die dem Horror-Genre entsprungenen „Halbwesen“ (weder tot noch lebendig) stellen sie durch ihre Existenz eine irrationale Bedrohung für die herrschende Ordnung dar.
Sie hausen in wild romantischer Waldhäuschen-Idylle, wo sie durch skurrile Aktivitäten das Normverhalten unserer Gesellschaft ad absurdum führen. Eine unsere gelangweilte Schaulust aufrüttelnde originelle Arbeit.

Gabriele Szekatsch: „Greif nach anderen Bildern“, in: AN.SCHLÄGE Dezember 1989.




Blutig ist die Revolution der Liebe! Film-Still (Ausschnitt) aus "Rote Ohren fetzen durch Asche", Regie: Ursula Pürrer, A. H. Scheirl, D. Schipek, A 1991 (Foto: Screenshot, Mediaclips der Medienwerkstatt Wien)


 

Erotik der Verschleierung


Die Filmemacherin Linda Christanell spricht sich gegen die sogenannten „Mösenfilme“ aus, von männlichen Kritikern als neue Frauenfilme mit neuer Inhaltlichkeit geschätzt, die alle Details des weiblichen Körpers abbilden, weibliche Autoerotik plakativ zeigen, sich etabliert geben, und wieder nichts anders sind, als Wichsvorlagen für Männer. Auch die jetzt moderne Abbildung von SM-Sexualität ändere nichts an der Konstruktion patriarchaler Macht, nur weil sie von einer Frau gefilmt wird.

Karin Rick: „Erotik der Verschleierung, ein Porträt über Linda Christanell“, in: AN.SCHLÄGE Dezember 1989.


 

Paritätische Zukunftsträume entpuppten sich als Schäume


Alexandra Bader schreibt anlässlich der Paritäts-Entscheidung der Grünen: es wird an den Frauen liegen, scheinbar großmütige Aussagen von Männern beim nächsten grünen Kongress für bare Münze zu nehmen. Johannes Voggenhuber, dessen Absicherung auf der Reststimmenliste wegen des Paritätsbeschlusses wankt, meinte beispielsweise, er werde auch eine Entscheidung akzeptieren, dass zu 100% Frauen kandidieren.
Warum eigentlich nicht?

Alexandra Bader: „Ende der weiblichen Bescheidenheit?“, in: AN.SCHLÄGE Februar 1990.


Wissenschaft als Männerdomäne


Nach wie vor sind 97,1% der Professuren österreichweit von Männern besetzt. Diese betreiben zumeist eine androzentristische Wissenschaft – die männliche Wahrnehmung der Welt, Geschlechtsneutralität und Allgemeingültigkeit suggerierend, wird zu einer allgemein menschlichen erhoben.
Während österreichische Wissenschafterinnen über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes hinaus Beachtung erfahren, finden sie in Österreich selbst äußerst beschränkte Anerkennung und so gut wie keine Rahmenbedingungen für ihre wissenschaftliche Arbeit vor.

Initiative für eine Stärkung der Frauenforschung und ihrer Verankerung in der Lehre: „Der sogenannte Frauentopf – offener Brief an Bundesminister Dr. Erhard Busek im Februar 1990.


Reich Gottes für Frauen?


Ines Knoll war 1990 Pfarrerin in der Lutherischen Stadtkirche in Wien und wurde von der Kronenzeitung als „Blondine, die eine Sünde wert ist“, vermarktet.
Im AN.SCHLÄGE-Gespräch mit Birge Krondorfer beantwortete sie die Frage, welche Strategien sie in der patriarchalen Institution anwendet: „Natürlich ist die Kirche eine Kirche der Männer. Je mehr ich den feministischen Anspruch verbalisiere, desto weniger hören mir zu. Ich lasse prinzipiell keine Lieder singen, in denen ausschließlich das Wort „Bruder“ vorkommt. Ich bin für Diplomatie und lasse zum Beispiel Formulierungen von Gott als Frau immer von Männern verlesen. Tatsache ist, dass mehr Frauen kommen, wenn eine Frau Pfarrerin ist. Außerdem steht ich zu Rilkes Werten: Kein Reich der Weiber, kein Reich der Männer, sondern eine androgyne Utopie.“

Birge Krondorfer: „Reich Gottes für Frauen?“, in: AN.SCHLÄGE Februar 1990.


 

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'Making of ...' Feminismus im Film der 1980er-Jahre: Margareta Heinrich bei Dreharbeiten (aus: Rückeroberung der Bildfläche, derStandard.at)


Und täglich grüßt die Vorabend-Serie


Durchstreift man das wöchentliche Angebot an Fernsehsendungen, so zeigt sich, dass es Vorabend- und Abendserien gibt, um die sich der übrige Programmablauf zu strukturieren scheint. Jeder Wochentag wird einem Thema zugeordnet: Sport (montags), Inland (dienstags), Ausland (mittwochs) Kultur (donnertags), Krimi (freitags), Unterhaltung (samstags)und in diese strikten Programmschienen werden die dazupassenden Serien (Lindenstraße), Fortsetzungsromane (Die Wicherts oder Allein gegen die Mafia) und „Soap operas“ (Dallas und Denver-Clan) eingepasst. Wie dadurch die Geschichten von SerienheldInnen – auch ungewollt – unseren Alltag durchdringen und damit bereits ein „Konsumverhalten“ manipuliert wird, zeigt Birgitte Mayr in diesem Kurs an der VHS Brigittenau.

Angekündigt in: AN.SCHLÄGE März 1990.


 

Internationaler Frauentag 8. März 1990
„Lieber gleichberechtigt … als später.“


So lautete das vom Frauenstaatssekretariat allseits affichierte Motto anlässlich des Internationalen Frauentages 1990. Außerdem wurde zu einem Tag der Offenen Tür in das Büro am Ballhausplatz geladen.

Berlins Filmarbeiterinnen forderten bereits 1990 „Alles!!“
Folgende Forderung druckte der Verband der Filmarbeiterinnen auf täglich erscheinende Flyer, die am Stand der Akademie der Künste anlässlich der Berliner Filmfestspiele 1990 verteilt wurden:
„Wir wollen immer noch Alles und von allem Andern die Hälfte”. Sie plädieren für eine Abschaffung der Ämterhäufung in den Gremien der Filmförderung gegen Doppel- und Mehrfachmitgliedschaften in den Auswahlkommissionen, die freie Verfügung über den Bundesfilmpreis, der an bestimmte erschwerende Kriterien gekoppelt war und die zeitliche Begrenzung der Mitarbeiter des Präsidiums der Filmförderungsanstalt, denn – so die Frauen des VEFI – „es kann nicht angehen, dass einzelne Menschen in entscheidenden Positionen auf Lebenszeit über die Filmpolitik bestimmen.“

Brigitte Mayr: „Have you seen a Woman´s Film Today?”, in: AN.SCHLÄGE April 1990.


 

Ohne Feminismus kein gesellschaftlicher Fortschritt! - 2011 wurde der internationale Frauentag 100 Jahre alt - und jetzt ...? (Foto: www.sjoe.at/)


BERLINALE in Ost und West


Im Jahr 1990 war die größte deutschsprachige „Filmmesse”, die Berlinale, vom historischen Ereignis des Mauerfalls geprägt, der wenige Monate zuvor, im November 1989, stattgefunden hatte. Die Filmvorführungen erfolgten nicht nur im Zoopalast, sondern erstmalig auch in den Kinos der DDR.
Auf den Plakaten des Verbandes deutscher Filmarbeiterinnen stand zu lesen: „Have you seen a Woman´s Film Today?“

Brigitte Mayr: „Have you seen a Woman´s Film Today?”, in: AN.SCHLÄGE April 1990.


 

Best Boy


Heide Schmidt war im Jahr 1990 Generalsekretärin der FPÖ. Jörg Haider bezeichnete sie damals „als besten Mann“ in seiner Partei. Im AN.SCHLÄGE-Interview kommentierte sie diese Titulierung folgendermaßen: „Das gefällt mir gar nicht, da bedient er sich einer Sprachregelung, die keine politische oder ideologische ist, sondern die aus unserem Gesellschaftsdenken leider Gottes hervorgeht. Wenn eine Frau besonders gut ist, dann kriegt sie den Ehrentitel Mann. Was Skurrileres kann es nicht geben.“

Gerda Brandl, Beate Soltész: „Kein Handlungsbedarf“, in: AN.SCHLÄGE September 1990.


Lohnschere und Mindestlohn


Seit 1979 gibt es in Österreich eine Gleichbehandlungskommission. Trotzdem klafft die Lohnschere zwischen Frauen und Männern immer weiter auseinander. Johanna Dohnal, 1990 Staatssekretärin für Frauenfragen, begründet dies so: „Solange es heißt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit kann diese Kommission nicht wirksam sein. Das ginge nur mit der Formel: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, d. h.: auch Neubewertung der Arbeit, Neubewertung dessen, was Frauen jetzt schon machen. Das ist der Punkt. Dem widersetzt sich natürlich die Wirtschaft, denn das hieß ja mehr zahlen für das, was Frauen jetzt machen. Die Lohnschere bringen Sie mit dem Gleichbehandlungsgesetz nicht weg.
Das Wichtigste ist der Mindestlohn: 10.000 Schilling – gesetzlich verankert und netto. Ich fordere das vehement für Bereiche, in denen es einen großen Frauenanteil gibt, aber kaum gewerkschaftliche Organisation.“

Gerda Brandl, Beate Soltész: „Denn die Verhältnisse sind halt so“, in: AN.SCHLÄGE September 1990.


 

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Die Notwendigkeit von Frauenpower ist scheinbar zeitlos ...! - Transparent aus den 1980er Jahren (Abb:
www.sjoe.at/)



Frauenfilm im Ghetto?


Anlässlich einer „Ulrike-Ottinger-Retrospektive“ bei der Kölner Feminale 1990 fragte Gabriele Szekatsch die Filmemacherin unter anderem, wie sie zu Etikettierungen wie „Frauenfilm“ stehe.
Ottinger antwortete: „Dieses Kästchensystem ist sehr beliebt: das ist ein Frauenfilm, ein Lesbenfilm, ein Schwulenfilm. Mit Hilfe dieser Kategorisierung kann man das dann ganz einfach an den Rand schieben und sagen, das ist nur für diese Zielgruppe bestimmt und wir müssen uns mit dem überhaupt nicht beschäftigen. Aber die Tatsache, dass ein Ghetto existiert, ist ein Zeichen dafür, dass es noch immer notwendig ist, weil die Dinge einfach noch nicht so sind, wie sie sein könnten und sollten.“

Gabriele Szekatsch: „Zwischen barocker Ausschweifung und Askese“, in: AN.SCHLÄGE September 1990.


Ikone und Grande Dame des französischen Kinos


Karin Rick besuchte die außergewöhnliche französische Filmschauspielern Delphine Seyrig im Februar 1990 in ihrer Pariser Wohnung und sprach mit ihr über politisches Engagement und die Filmarbeit mit Ulrike Ottinger und Marguerite Duras. Wenige Monate später, am 15. Oktober 1990, verstarb Seyrig im Alter von 58 Jahren an Lungenkrebs.
Über das Rollenbild der Frau im Film sagt Seyrig: „Wir Frauen müssen im Film endlich aus der Küche rauskommen; oder aus dem Bett. Ich kann keine sich im Bett räkelnde Frau auf der Leinwand mehr sehen, das langweilt mich. Für mich war es immer wichtig, dass mein Spiel für die Zuseherinnen glaubhaft war. Sicherlich gab ich darstellerisch das Beste, aber wenn es für Männer unverständlich blieb, so war mir das auch egal.“ Seyrig war seit 1982 Mitbegründerin des „Centre audivisuel Simone de Beauvoir“ in Paris, des feministischen Video-Archivs als „audiovisuellen Gedächtnisses von Frauen“, organisierte sie gemeinsam mit Syn Guerin das Frauenfilmfestival „Femmes Cathodiques“. „Wie nennen uns nach Simone de Beauvoir“, erklärt die engagierte Filmschauspielerin, „weil dieser Name in allen Sprachen der Welt das Gleiche heißt und wir ihn nicht lange mit Feminismus erklären müssen.“

Karin Rick: „Delphine Seyrig – ein Nachruf“, in: AN.SCHLÄGE November 1990.




Delphine Seyrig entschied sich, nur mehr Filme mit Regisseurinnen zu drehen, weil sie sich mit ihnen „in einer Art Komplizenschaft“ verbunden fühlte. (Filmstill aus: „Le Rouge aux Levres“/„Blut an den Lippen“), Regie: Harry Kümel, F/B/D 1970 - Quelle: darkeyesocket.blogspot.com)


Feministisches Kino in Berlin


1989 konstituierte sich in Berlin eine interessante FrauenFilmInitiative. Als Zeichensetzung gegen die herrschende Filmkultur sollte dem weiblichen Blick Platz verschafft werden. Fünf Frauen, die seit langem feministische Filmreihen planen und durchführen, schlossen sich zusammen und gründeten das FKK (Feministisches Kommunales Kino)
„Feministische Kinoarbeit – im Gegensatz zu Frauen-Filmreihen – bedeutet für uns die Auseinandersetzung mit der gesamten Kultur“, erläutert Katrin Schulz, eine der Mitbegründerinnen. „Wir beschäftigen uns mit der Art und Weise, wie Frauen im Film repräsentiert werden. Unter diesem Blickwinkel ist es interessant, Filme von Frauen, aber auch von Männern zu sehen und die Frage nach der unterschiedlichen Sicht der Welt zu stellen. Wir meinen nicht, dass Frauen allein aufgrund ihres biologischen Frauseins andere Filme machen. Sie sind in spezifischer weise von patriarchalen Sehgewohnheiten und Produktionsbedingungen geprägt. Aus diesem Grund bedeutet eine feministische Film- und Kulturarbeit einen umfassenden Prozess, der vieler Vorführungen, Diskussionen, Seminare einer intensiven Kommunikation mit dem Publikum, en Filmemacherinnen, der Presse und vor allem großer Kontinuität bedarf.“

Katrin Schulz: „Feministisches Kommunales Kino“, in: AN.SCHLÄGE November 1990.


 

Europas einziges Frauenmuseum steht in Bonn


Marianne Pitzen, Museumsdirektorin des Bonner Frauen Museums, versucht eine Definition von „weiblicher Ästhetik“: „Typisch ist, dass Frauen kein klares Gegenbild wollen. Der Reiz steckt in der Vielfalt. Eine gängige These ist die Aussage: die Macht der Kunst von Frauen liegt in ihrer Subjektivität. Das finde ich schwierig, weil es so ungreifbar ist. Ich halte es für sehr wichtig, dass Frauen ihre Wünsche in der Kunsttheorie mehr definieren.“

Sabine Perthold im Gespräch mit Marianne Pitzen: „Pitzens Schneckenhaus“, in: AN.SCHLÄGE Jänner 1991.


 

Altbekannte Missstände in der Entlohnung
und bei Pensionen


Im neuen Sozialbericht steht Altbekanntes: Frauen sind bei den niedrigsten Löhnen überproportional vertreten. Jede 7 Arbeitnehmerin verdient weniger als öS 10.000, -- brutto. Die besten Löhne gibt´s in der Chemie-Industrie, die schlechtesten in der Bekleidungsbranche. Frauen haben, wen wundert´s, von der guten Konjunktur am wenigsten profitiert. Die Arbeitslosenrate sank nur bei den Männern. Durchschnittspensionen bei Männern: öS 10.922,--, bei Frauen öS 6.343,--.

Regina Himmelbauer: „Was bisher geschah“, in: AN.SCHLÄGE März 1991.




Kitty Kinos Film „Karambolage“ thematisiert den Geschlechterkampf und galt als der „Aufregerfilm“ der 1980er Jahre. (Filmstill aus „Karambolage“, Buch und Regie: Kitty Kino, A 1983. - Quelle: www.filminstitut.at/de/karambolage/)


 

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