Erhebung zur sozialen Lage von KulturarbeiterInnen


Salzburg. – Die von der IG-Kultur gestartete Kampagne „Fair Pay“, mit der ein Mindestlohn für MitarbeiterInnen in autonomen Kultureinrichtungen durchgesetzt werden soll, beschäftigt inzwischen auch die Kulturpolitik. Auf Initiative der Grünen haben SPÖ, ÖVP und Grüne im Nationalrat einen gemeinsamen Initiativantrag eingebracht, in dem das Ministerium beauftragt wird, „die soziale und finanzielle Lage“ der rund 1.200 in der freien Kulturarbeit Beschäftigten zu erheben.

Quelle: Der Standard, 1. Juli 2011 – Weitere Informationen: http://igkultur.at/projekte/fairpay



Frauen stürmt die IT, aber wie?

Elfmal war bisher die Führung von IBM Österreich mit Männern besetzt. Seit 5. Jänner steht mit Tatjana Oppitz erstmals eine Frau an der Spitze. Die gläserne Decke in der (besonders) männerdominierten IT-Branche ist durchlässiger geworden. Andere Beispiele in Österreich sind Microsoft-Chefin Petra Jenner oder Infineon-Austria CEO Monika Kircher-Kohl.

Tatjana OpitzTatjana Oppitz, erste Generaldirektorin von IBM Österreich. - Auf dass noch viele Frauen folgen mögen!

Zitiert nach: „Männer arbeiten genauso hart“, in: Der Standard v. 3.2.2011.
Quelle und Bildnachweis:
www.ibm.com



Männer arbeiten genauso wenig im Haushalt wie 1992

Frauen haben täglich 3,5 Stunden Freizeit, Männer über vier Stunden. Während Frauen 47 Prozent der Zeit, die sie nach der Arbeit haben, für den Haushalt verwenden, beträgt dieser Anteil bei den Männern 36 Prozent. Die Zahlen haben sich seit 1992 nicht verändert, berichtet die Tageszeitung „Österreich“ unter Berufung auf eine Studie der Statistik.Austria im Auftrag des Frauenministeriums.
 



Quelle: Statistik Austria -
www.statistik.at


Offenlegung der Gehälter von Frauen und Männern

Seit 30 Jahren ist es gesetzlich verankert, das Frauen und Männern für gleiche oder gleichwertige Arbeit gleich entlohnt werden müssen. Dennoch verdienen Arbeitnehmerinnen um mehr als ein Viertel (26,2 Prozent) weniger als ihre männlichen Kollegen. Der EU-Durchschnitt liegt bei 17,4 Prozent. Europaweit belegt Österreich den vorletzten 26. Platz. Wie kann sein, was laut geltendem Recht gar nicht sein dürfte? Berufswahl, Ausbildungs- und Karenzzeiten werden als Gründe angeführt. Bei gleicher Ausbildung, gleicher Erfahrung und für die gleiche Arbeit verdienen Frauen jedoch immer noch um 15 Prozent weniger, weil sie Frauen sind.
Anlässlich des „Equal-Pay-Day“ forderten Frauenministerium, Sozialministerium, Frauenbeauftragte und ÖGB wiederholt, dass Unternehmen ab 25 MitarbeiterInnen verpflichtet werden sollen, anonymisierte Gehaltsanalysen betriebsintern zu veröffentlichen und den zuständigen Behören zu übermitteln. Denn nur wenn Frauen wissen, was ihre Kollegen verdienen bzw. wie hoch das branchenübliche Gehalt ist, können sie sich gegebenenfalls auch wehren. Im öffentlichen Dienst gibt es bereits ein transparentes Gehaltsschema. Hier beträgt der Gehaltsunterschied nur noch 2 Prozent.

Quelle:
www.equalday.at



Einkommensschere: Männer verdienen um 60,5 Prozent mehr als Frauen

Illustration EinkommensschereDie luxemburgische EU-Komissarin Viviane Reding hat genug von den unterschiedlichen Einkommen zwischen Männern und Frauen. Österreich liege im EU-Ranking auf dem vorletzten Platz (vor Estland). Der Unterschied im Stundenlohn liege laut Eurostat 11 Euro bei den Frauen und 15 Euro bei den Männern.
Reding meint, dass sich Europa eine derartige Lücke in einer Wirtschaftskrise nicht leisten könne. In Frankreich gibt es sogar ein Gütesiegel für Firmen, die spezielle Frauenförderungsprogramme anbieten. Frauen sind dadurch vor allem durch Altersarmut gefährdet.
Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek bemühte sich bis dato vergeblich um die Offenlegung der Gehälter in den Betrieben, um mehr Transparenz in der Gehälterstruktur zu erreichen. Unternehmen sparen sich bis 15 Prozent Lohnkosten (nach Abzug von Faktoren wie Teilzeit und Ausbildung) nur weil sie Frauen einstellen würden.
Als zweite Maßnahme macht sich Heinisch-Hosek für eine Quote bei der Besetzung von Vorständen stark.

Quelle: Kurier, 6. Juni 2010


Einkommenstransparenz

Nach schwedischem Vorbild müssen in Österreich ab 2011 die Einkommen von Betrieben mit mehr als 1.000 MitarbeiterInnen veröffentlicht werden. Betroffen sind von dieser Regelung ca. 200 Betriebe, d.h. rund 15 Prozent aller ArbeitnehmerInnen. Diese Unternehmen müssen einen jährlichen Einkommensbericht erstellen, in dem die durchschnittlichen Löhne und Gehälter von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen betriebsintern aufgezeigt werden. Allerdings sind keine Sanktionen für säumige Betriebe zu erwarten. Die Transparenz soll jedenfalls dazu beitragen, die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verkleinern.
Ursprünglich war die Einkommenstransparenz für Unternehmen ab 25 MitarbeiterInnen geplant und mit Sanktionen bei Verweigerung der Veröffentlichung zu rechnen; stattdessen kommt nun bloß ein Stufenplan über mehrere Jahre: Im Jahr 2012 gilt die Regelung für Betriebe ab 500 MitarbeiterInnen, 2013 ab 250 und bis 2014 werden damit 40 Prozent der Beschäftigten erfasst sein.
Meilenstein oder bloß Anstoß zur Sensibilisierung?

Quelle: an.schläge, Juli/August 2010


Frauenbericht deckt Missstände auf

„Kennen Sie den? Was macht eine Frau in einem Raumschiff?" Die Antwort: "Putzen! Ha ha ha". – Der aktuelle Frauenbericht, nach eineinhalb Jahrzehnten erstmals wieder erschienen, zeigt, dass in diesem Land von Gleichberechtigung noch immer keine Rede sein kann.
Für dieselbe Arbeit bekommt die Kollegin im Schnitt um 1/5 weniger auf ihr Konto. Wer jetzt mit Ausflüchten wegen schlechterer Qualifikation, mehr Kinderbetreuungszeiten oder Teilzeitregelungen daherkommt: Weiterlesen! Denn: Die Daten sind statistisch sauber, nur ganzjährige Vollarbeitszeit wird da miteinander verglichen. Die Diskriminierung berufstätiger Frauen – mittlerweile hackeln sieben von zehn – zieht sich zudem durch alle Schichten. An den Unis – obwohl die Zahl der Absolventinnen mit Ausnahme in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, schon höher liegt als jene der Absolventen – haben nach wie vor Professoren und Rektoren das Sagen. Und in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sitzen auf zehn Plätzen neun Männer.

Frauenbericht_APA


Außerdem pfui: 2/3 des Haushalts erledigen die Frauen. Für all das gibt es keine vernünftigen Erklärungen, es handelt sich simpel um systematische Benachteiligung.
Ach ja, wissen Sie, wieso Männer keinen Busen haben? Sie können mit Doppelbelastung schwer umgehen. Ha ha.


Quelle: Nina Weißensteiner: „Seitenweise Diskriminierung“, in: Der Standard, 29./30. Mai 2010. | Bild: APA


Der Wert der Arbeit
 

Frauen können Geld vermehrenMänner vernichten 8,- Euro für jeden Euro, den sie verdienen. Frauen schaffen für jeden Euro Lohn einen sozialen Wert von 11,- Euro. Diese Zahlen gelten für Banker und Putzfrauen. Die New Economic Foundation (NEF) untersuchte in einer britischen Studie sechs Berufe und ihren Wert für die Gesellschaft. Dabei berücksichtigen sie die ökonomischen, sozialen und ökologischen Konsequenzen der jeweiligen Profession für die Gesellschaft.

Quelle: www.neweconomics.org | Bild: sabper



 

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