dieStandard, eine Extrawurst für die lesende Ladys?


Die Autorin Eva Rossmann gratuliert der Tageszeitung dieStandard.at zum 10-jährigen Bestehen: „Wozu brauchen wir bitte eine Tageszeitung für Frauen? Wenn Frauen – zumindest in unserer Gegend – schon länger lesen lernen dürfen und ihnen ohnehin nicht verwehrt ist, 'ordentliche Zeitungen' zu lesen? Also solche, die sich an ALLE richten. Eine frauenspezifische Zeitung: da wollen wohl einige wieder mal mehr, als ALLEN anderen zugestanden wird. Eine Extrawurst für die Ladys, sodass man sich fragen muss, wo da die Männer bleiben. Frauenspezifische Arbeitsmarktprogramme, Frauenquoten, wo sie doch ALLES haben: eine Regierung, das AMS und jede Menge Jobchancen, Gremien, in denen sie wählen und in die sie gewählt werden können.“

Eva Rossmann: „Mehr als ALLES Gute“, in: Der Standard, 8. März 2010.



Neu: Studentisches Wissenschaftsmagazin „Syn“


SYN Magazin
Cover des ersten Heftes zum Thema „Irreal“

 

Eine Gruppe von Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen hat innerhalb der Uni Wien ihr eigenes Publikationsform für Theater, Film und Medien gegründet. Ab Herbst 2010 erscheint das Forschungsmagazin „Syn“ halbjährlich im LIT-Verlag. Für Qualität der veröffentlichten Beiträge sorgt ein international besetzter Beirat.

Quelle und Bildnachweis: http://www.syn-magazin.at



Frauenradios mit Sendungsbewusstsein


FrauenradioIn Ramallah / Palästina startete der erste Frauen-Radiosender. „Nisaa FM“ wird sechs Stunden pro Tag gesendet und will palästinensischen Frauen ein abwechslungsreiches Programm bieten. Der Sender wird von 20 MitarbeiterInnen betrieben, die versuchen, Frauen-Agenden eine Stimme zu geben.

Frauenradio NicaraguaPalabra de Mujer ist eine Frauenradiostation in Bocana de Paiwas im Herzen Nicaraguas, deren Betreiberinnen auch Besitzerinnen des Radios sind. Das Frauenradio „Palabra de Mujer“ stärkt die Frauenbewegung in dem von „Machismo“ geprägten Land. Inhaltlich beschäftigt sich das Sendeprogramm vorwiegend mit sexuellen und reproduktiven Rechten von Frauen, mit juristischer Aufklärung und mit Programmen für Jugendliche (Schwerpunkt: Gleichberechtigung). Solche Medienprojekte sind wichtige „Sender“ für die Gleichberechtigung von Frauen und verbreiten deren Forderungen.

In Österreich gibt es seit 10 Jahren die Frauenradio-Redaktion „SPACEfemFM“, zu hören auf Radio FRO (Freier Rundfunk Oberösterreich, 105.0 MHz) im Großraum Linz. Seither sind 10 SPACEfemFM Frauen 3 bis 4 mal pro Monat jeweils eine Stunde On Air. Und  „Don´t worry, come in“, lautet die Devise der Sendungsplattform Frauenzimmer des freien Salzburger Rundfunks Radiofabrik. Jeden Mittwoch strömen ab 18 Uhr auf der Frequenz 107,5 und 97,3 M Hz Genderthemen aus der Radioröhre.

Links:
http://www.radionisaa.net/english.html
http://cibersivas.net
http://www.spacefemfm.at/
http://cba.fro.at/series/200

Bildnachweise: AP / Franka Bruns, http://cibersivas.net/palabra_de_mujer/principal.htm



The Female Factor  


"Articles in this series examine the most recent shifts in women´s power, prominence and impact on societies around the world, and try to measure the influence of women on early 21st century development" - The Female Faktor so lauten die weiblichen Seiten der New York Times company!

Einzulesen unter:
global.nytimes.com/femalefactor



Feministische Medien in Österreich

 

Montage Feministische Medien1982 erscheint das erste Heft der feministischen Kulturzeitschrift Eva & Co und somit der ersten feministischen Kulturzeitschrift Europas. Zeitgleich dazu gründen die beiden maßgeblichen Künstlerinnen Eva Ursprung und Veronika Dreier die gleichnamige Galerie. Die einzelnen Hefte sind aufwändig und jeweils zu einem Schwerpunkt gestaltet. 10 Jahre später, am 31.12. 1992 wird das ambitionierte Projekt mit anschließendem Leichenschmaus zu Grabe getragen.

Die feministische Online-Zeitung dieStandard.at feierte eben ihren zehnten Geburtstag. Die Redaktion besteht aus fünf Frauen. 2008 feierte das feministische Magazin für Politik, Arbeit, Kultur und Wissenschaft, die an.schläge ihr 25-jähriges Jubiläum. Die AUF- Eine Frauenzeitschrift beging im Frühjahr 2010 ihren 35. Geburtstag.
Während dieser Zeit hat sich einiges verändert. Aber auch wenn einige Forderungen der Frauenbewegung mittlerweile den Mainstream-Journalismus erreicht haben, werden feministische Positionen immer noch marginalisiert. RessortleiterInnen sind nach wie vor größtenteils männlich und das Label „feministisch“ ist weniger kleidsam denn je. Die Kluft zwischen Realität (z. b. niedrigere Löhne für Frauen) und öffentlicher Wahrnehmung (Es gibt schon genug Frauenförderungsmaßnahmen) ist größer geworden.
Ein Hilferuf: Der Weiterbestand des feministischen Online-Magazin Ceiber-Weiber ist aufgrund immens gekürzter Subventionen (trotz erhöhter Zugriffszahlen!) fraglich!



10 Jahre Frauennetzwerk Medien –
und noch viel Arbeit


Neulich beim Chefredakteur: Eine Gehaltserhöhung für die verdienstvolle Mitarbeiterin ist zwar fix zugesagt, jetzt aber doch nicht drin. „Ihr Kollege verdient so viel. Ich kann ihm nichts wegnehmen.“ Schlechter Witz? Gelebte Realität in einer der größten Tageszeitungen Österreichs. „Beispiellose Feigheit“, sagt Karin Strobl, Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien. Seit zehn Jahren kämpft der unabhängige Verein mit mehr als 300 Mitgliedern gegen Diskriminierung von Journalistinnen. Und erreichte einiges: Der ORF erhielt eine Gleichbestellungsbeauftragte und Frauenplattform, im ORF-Gesetz fix ist die Frauenquote. Gehörig hapert es noch bei der Entlohnung: Knapp 60 Prozent der Journalisten bekommen mehr als 3.000 Euro, bei Journalistinnen sind es 32 Prozent. Vorn liegen die Medienarbeiterinnen hingegen in der Ausbildung: Laut Medienhaus sind knapp 41 Prozent Akademikerinnen gegenüber 30 Prozent Akademikern. „Die Diskriminierung hat System“, sagt Heute-Journalistin Strobl.

Doris Priesching: „Sie sollen sich fürchten“, in: Der Standard, 22. Juni 2010.


 

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ORF-Frauenquote kann den 'Old Boys' nichts anhaben


Illustration Männer und MedienWeltweit berichten in den Medien mehrheitlich Männer über Männer

42,4 Prozent Frauen arbeiten im ORF, in den höheren Verwendungsgruppen allerdings nur mehr 14 Prozent. Das soll das ORF-Gesetz Abhilfe schaffen, indem es 45 Prozent Frauenanteil garantieren soll. Grund zum Jubeln? "Nein", meint Andrea Schurian, Kulturchefin beim Standard, weil Geschäftsführung und Stiftungsrat von dieser Quotenregelung ausgenommen sind. „Damit bleibt eh´ alles bei den Old Boys. Bei niedrigen Putz- und sonstigen Diensten dürfte die Frauenquote auch jetzt schon übererfüllt sein. Das Global Media Mentoring Project (GMMP) analysierte im November 2009 zum vierten Mal in 130 Ländern die Nachrichtenlage. Das wenig berauschende Ergebnis: Mehrheitlich berichten Männer über Männer. Nur in 16 Prozent der Nachrichten stehen Frauen im Zentrum der Berichterstattung. Nur ein Viertel der Interviewten ist weiblich, nur jede fünfte Expertise stammt von einer Frau. 48 Prozent der News stärken Geschlechter-Stereotype. Kleiner Trost: Zwar sind beim Fernsehen weltweit Männer in der Übermacht, präsentiert werden die Nachrichten aber zu 57 Prozent von Frauen. Egal wo und auf welchem Programm.“



ZDF legt Gehälter der Chefs offen


Nach der ARD hat nun auch das ZDF die Gehälter der Chefetage veröffentlicht, die im Vergleich zum ORF „mager“ sind. Demnach kam der oberste ZDF-Mann, Intendant Markus Schächter, im Vorjahr auf 299.000 Euro inklusive aller Sachleistungen. Inklusive Boni verdient das im ORF schon ein Direktor. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kommt auf deutlich mehr: 350.000 Euro plus Erfolgsboni von bis zu 15 Prozent.

Quelle: Kolumne „Überblick“, in: Kurier, 26. Sept. 2010.



Telefonbuchanbieter wirbt mit Hängebusen

HeroldVirtueller Telefonbuchanbieters Herold setzt auf handfesten sexistischen Chirurgen-Schmäh

Letztes Jahr ließ eine neue Inseratenkampagne des virtuellen Telefonbuchanbieters Herold aufhorchen. „Ich sag´s dir, die Schwerkraft …Kennst Du einen Schönheitschirurgen?“ stöhnt eine Frau aus dem Off unter dem Sujet, das offensichtlich einen Hängebusen versinnbildlichen soll. Der fiktive Gesprächspartner der verzweifelt Suchenden fragt entrüstet: „Bin ich der Herold?“
Als kreativer Kopf hinter diesem zweifelhaften Gag steckt die Wiener Werbeagentur Dirnberger de Felice. Bei Herold findet man an solcher Werbung nichts auszusetzen. Barbara Hackl, Leiterin für Marktkommunikation verteidigt den Schwerkraft-Schmäh über die weibliche Oberweite so: „Es liegt uns fern, etwas Frauenfeindliches zu machen. Es geht darum, die Breite der Gelben Seiten zu zeigen: Ganz egal, welches Problem auftritt, auf Herold findet man einen Anbieter von Produkten bzw. Dienstleistungen, der eine Lösung parat hält. Das ist die Message.“

Nina Weißensteiner: „Herold wirbt mit Hängebusen für Suche nach passendem Chirurgen“, in: Der Standard, 4. August 2009.



Gesetzliche Handhabe gegen sexistische Werbung


Dass Werbung – denken wir nur an das Hirter-Bier-Plakat, das drei nackte Frauen mit Biergläsern posieren lässt – gerne platt und vor allem sexistisch daherkommt, ist nichts Neues. Bisher konnte frau in Österreich allerdings bis auf eine Beschwerde beim Werberat, der ein freiwilliges Selbstregulierungsinstrument der Werbebranche ist, wenig unternehmen.
TampaxGeht es nach Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek, soll das nun anders werden: Sie möchte Sexismus in der Werbung gesetzlich verbieten. Vorstellbar wäre das etwa durch eine Änderung im Gleichbehandlungsgesetz. Heinisch-Hosek plädiert auch für handfeste Sanktionen, um keine zahnlose Lösung zu erzielen. Dazu gibt es allerdings derzeit in der ÖVP keine Mehrheit.
( Quelle: www.furche.at)

watchgroup gegen sexistische werbungBereits aktiv präsentiert sich demgegenüber die "Watchgroup gegen sexisistische Werbung" eine Grazer Plattform des Frauenreferats der Stadt Graz, der Frauenbeauftragten der Stadt Graz und des Dokumentations- und Projektzentrums.

Weitere Informationen:
http://www.watchgroup-sexismus.at/cms/



Scharfer Zahn


Es ist kaum zu glauben, nach welchen Kriterien Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, beurteilt werden: Neuerdings auch nach ihren Zähnen. „Die Tücke mit der Lücke“, nennt der Kurier seine Liste von Polit- und Pop-Stars, die alle ein „Phänomen“ eint: Eine Zahnlücke zwischen den oberen Vorderzähnen.
Aufhänger ist die Angelobung der Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, die ebenfalls eine von Promizahnarzt Robert Lhotka als „sexy“ bezeichnete Zahnlücke besitzt. Ebenso verfügen die Bardot, Jane Birkin oder Vanessa Paradis über diesen „dentalen Charme“. Madonna ließ ihr einstiges Markenzeichen korrigieren. Zahnexperte Lhotka übt sich in fortgeschrittenem Sexismus: „Manche Teile von ihr sind schon über 50, ihr Gebiss sicherlich nicht.“

Marion Hauser: „Die Tücke mit der Lücke“, in: Kurier,28.November 2010.



Schöne Frauen brauchen keine intelligente Dankesrede …


Christoph_Waltz_in Kopfstand1981 träumt Christoph Waltz in seiner ersten Hauptrolle in Ernst Josef Lauschers Film „Kopfstand“ noch vom Oscar.

Im März 2010 erhält der 53-jährige Waltz erhält für seine Darstellung des hinterhältigen und polyglotten SS-Offiziers Hans Landa in Quentin Tarantinos Film Inglourious Basterds den Oscar als bester Nebendarsteller.
Als er das Goldmännchen aus den Händen von Penelope Cruz in Empfang nahm, zeigte er sich bestens vorbereitet. Kein Wunder, feilte er zuvor tagelang und intensiv an seiner Dankesrede, denn: „…ich bin ja keine schöne Frau, die ein nettes Kleid anhat“, begründet er seine Akribie im Chili-Interview mit Elisabeth Sereda (ausgestrahlt am Freitag, 5. März 2010, 19.35 Uhr, ORF 1).

Waltz im Lampenfieber vor Oscar-Verleihung, in: Österreich, 5. März 2010. | Bild: Filmstill aus Kopfstand / filmarchiv wien


 

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Bam, Oida!


Ein soeben erschienener Generationendolmetscher zeigt eindrucksvoll, dass zwischen der Sprache der älteren Generationen und der der Jugendlichen Welten liegen. Aber nicht nur ein „generation gap“, sondern auch ein Geschlechtergraben tut sich auf – anhand folgender Beispiele gut zu erkennen:
Ilse Turnschuh = Flotte Oma
Mitbürger mit Östrogenhintergrund = Frau
Erdbeerwoche = Menstruation
Mädchen-TÜV = Frauenarzt.

Quelle: „Oida! Der Generationendolmetscher“, Verlag: Anton Pustet, 2010.



„Eine Küche wie meine Frau!“


Ich wollte einmal eine Küche, die intelligent ist und gut aussieht – wie meine Frau“, lautet der neueste Slogan eines nun wahrhaftig verrückt gewordenen Möbelhauses aus Schweden.



Sexpuppe „Roxxxy“ parliert über Fußball


SexRoboter_RoxxyHigh-Tech-Roboter-Frau erfüllt nicht nur Träume von Fußballfans

Welches Idealbild haben Männer von Frauen? Sie soll schön und willig sein und sich für Fußball interessieren. Dieser Männertraum ist nun Wirklichkeit geworden – zwar nicht aus Fleisch und Blut und heißt „Roxxxy“. Die Liebesdienerin kann sich dank eines menschenähnlichen Skeletts bewegen, Schlaf simulieren und über ausgesuchte Themen wie Fußball fachsimpeln.
Geliefert wird die 1,70 Meter große und 60 Kilogramm schwere Gummipuppe mit einem Laptop, über den sie programmiert werden kann. Ist dieser mit dem Internet verbunden, kann sich der Besitzer nicht nur Softwareupdates herunterladen und Liebesbotschaften von seiner „Frau“ empfangen, sondern auch mit ihr über Fußball sprechen – „Roxxxy“ holt sich die hierfür notwendigen Informationen und neuesten Ergebnisse direkt aus dem Netz. - Kostenpunkt: zwischen 5.000 und 6.300 Euro.

Quelle:
http://portal.gmx.net/de/themen/lifestyle/liebe/9656720-Neue-Sex-Puppe-spricht-ueber-Fussball.html, 11.1.2010 | Bildnachweis und Bericht (E) auf http://www.youtube.com/watch?v=2MeQcI77dTQ


Alpha-women scare men!


"In a 'Sex and the City' episode, Miranda goes speed-dating and wastes her eight-minute pitch three times by giving away that she is a corporate lawyer. The fourth time she says she is a stewardess and gets asked out by a doctor.
What made the episode poignant was not just that Miranda lied about her success, but that her date, too: it turned out he worked in a shoe store.
Is female empowerment killing romance? Sexual attraction in the 21st century, it seems, still feeds in 20th-century stereotypes. Now, as more women match or overtake men in education and the labor market, they are also turning around traditional gender roles on their head, with some profound consequences for relationship dynamics."

Katrin Bennhold: „When Sex and Success Don´t Mix”, in: The New York Times, December 13, 2010.



Kampfzone Frauenkörper


Faksimile Tex RubinowitzDank erweiterter Kameraperspektiven sind die zunehmend stehenden ModeratorInnen von Kopf bis Fuß erkennbar“, macht sich Anne Feldkamp Gedanken über den „Kampfplatz Blazer“, womit das Outfit der ZiB-Moderatorinnen gemeint ist. „ Kein modischer Fauxpas bleibt dem Zuschauer verborgen, schließlich wird jedes Detail auf Bildschirmgröße aufgeblasen und am Flachbildschirm im heimischen Wohnzimmer genussvoll auseinandergenommen. Die Vorliebe von Lisa Gadenstätter für großgemusterte, überhüftlange Oberteile und auffällige Ketten wäre in Frontalansicht doch glatt unsichtbar.“
Tex Rubinowitz geht noch einen Schritt weiter und nimmt die Rückseite der ZiB-Lady ins Visier. Dafür gebührt ihm eine Extra-Zitrone!

Anne Feldkamp: „Kampfplatz Blazer“, in: Der Standard / Rondo, 17.12.2010 | Bild:: Tex Rubinowitz Cartoon, ebd.


 

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