Kultur- und Wissenschaftsbericht
der Stadt Wien 2010


Der alljährliche Kultur- und Wissenschaftsbericht der Stadt Wien ist ein aussagekräftiger Indikator für die Kulturpolitik der Stadt. Die von Karin Rick recherchierten Fakten des separaten Frauenkulturberichtes dokumentieren, dass etwa im Filmbereich die Regie nach wie vor männlich dominiert ist, obgleich die Anzahl der weiblichen Regisseurinnen, die gefördert wurden, im Vergleich zu 2009 gering gestiegen ist: Der Frauenanteil bei Einzelfilmförderungen stieg von 41,5% auf 43,23%, nähert sich also nach und nach den 50% und hat das magische Drittel, auf das Frauen in der Kunstwelt maximal kommen, längst hinter sich gelassen. Bei Filminstitutionen (Festivals, KinobetreiberInnen, Vereinsvorstand) beträgt der Frauenanteil 39,83% – ist etwas gesunken im Vergleich zum Vorjahr, wo es 44,43% waren. Am Kinobudget gesamt wurden Frauen zu einem Anteil von 41,18% beteiligt, das ist ein Anstieg um etwa 10% im Vergleich zum Vorjahr mit 31,58%.
Bei Kinoprojektentwicklungsförderung des Filmfonds lag der Frauenanteil bei 30%, im Vorjahr 35%, bei der Herstellungsförderung Kino der Anteil der Regisseurinnen bei 16%, im Vorjahr aber 14%, bei Kinostarts 17%. „Insgesamt gesehen“, fasst Karin Rick die Ergebnisse zusammen, „sind keine gravierenden Abweichungen festzustellen, weder nach oben, noch nach unten.“

Link zum Kunstbericht 2010: www.wien.gv.at/kultur/abteilung/kunstbericht.html

 
Siehe hierzu auch Folien zum Tagungsbericht Klischee ade! We Want More Rock `n` Role- unter "Wirtschaftsfaktor Film" (mit besonderer Berücksichtigung der Genderthematik):

Bereich Drehbuch (Förderungen d. Filmabteilung/BMUKK - Vergleich 2008 bis 2009)
Projektentwicklung (Förderungen d. Filmabteilung/BMUKK - Vergleich 2008 bis 2009)
Projektentwicklung (Förderungen d. Filminstituts - Vergleich 2008 bis 2009)
Herstellung (Förderungen d. Filmabteilung/BMUKK - Vergleich 2008 bis 2009)
Herstellung (Förderungen d. Filminstituts - Vergleich 2008 bis 2009)
Förderungen d. Filmfonds Wien - Frauenanteil (Verlgeich 2001 - 2009) 
Frauenanteil in Verbänden (Cutter_Innen, Kameraleute - Schnappschuß 2010)


  

Russland ehrt Blondinen mit Museum


Russland widmet Frauen mit hellen Haaren ein Museum. Es ist das weltweit erste und steht in Sotschi. Bis zur Olympiade 2014 soll auch ein Restaurant für Blondinen folgen.
Während der ersten russischen Blondinen-Versammlung am 23. Juni 2011 wurde in dem Schwarzmeerort auch ein Denkmal enthüllt werden. Mit dem Fest wirbt die „Gesamtrussische Volksfront“ von Regierungschef Wladimir Putin um neue Mitglieder.

Quelle: www.focus.de/panorama/welt/sotschi-russland-ehrt-blondinen-mit-Museum_aid_639575.html -  Bildquelle: arcadespiele.ch


KSV-SG noch nicht ausgegoren

Die Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst + Kultur in OÖ, FIFTITU%, kommentiert den Entwurf des KünstlerInnensozialversicherungs-Strukturgesetz – KSV-SG:
Wir sehen diesen Entwurf als einen Schritt in die richtige Richtung. Mit der Einrichtung eines Künstler_innen-Servicezentrums (§189 a und b) erhoffen wir uns eine Erleichterung in der Informationsbeschaffung und Abwicklung von Versicherungssituationen. Eine geplante Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung in Sozialversicherungsagenden, insbesondere zur Verbesserung der Vereinbarkeit von selbstständiger und unselbstständiger künstlerischer Arbeit begrüßen wir ausdrücklich.
Es ist jedoch kritisch anzumerken, dass der gegenständliche Entwurf keine reale Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lage der Künstler_innen bedeutet.
Viele Kunstschaffende befinden sich in prekären Arbeits- und Lebenssituationen, an denen die geplanten Maßnahmen nur im geringen Maße positive Veränderungen mit sich bringen
.“

Schlüssel zum ErfolgDer Schlüssel zum möglichen Erfolg: KünstlerInnen-Servicezentrum

Quelle: www.fiftitu.at | Illustration: G. Szekatsch


Verbesserung der sozialen Lage?

Die IG Bildenden Kunst verweist in ihrem Statement zum vorliegenden Entwurf der KSV-SG Gesetze darauf, dass die im Kulturrat Österreich zusammengeschlossenen Interessensvertretungen von Kunst- und Kulturschaffenden wesentlich weitreichendere Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet haben, als der Entwurf jetzt beinhaltet.
Die kulturpolitische Sprecherin Mag.a Daniela Koweindl fordert daher im Namen der IG Bildende Kunst eine Nachbesserung des Entwurfes entsprechend der ausgearbeiteten Forderungskataloge betreffend KSVFG und AlVG:
- Sofortmaßnahmen Künstlersozialversicherungsfondsgesetz http://kulturrat.at/agenda/sozialerechte/forderungen/ksvfg
- Maßnahmenkatalog zur Arbeitslosenversicherung (für KünstlerInnen) http://kulturrat.at/agenda/ams/arbeit_geld/alvg_massnahmen
nicht nur für KünstlerInnen!
Die Weiterarbeit hat dahingehend zu erfolgen, Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Absicherung von allen prekär Tätigen zu setzen. Ein nächster Schritt sollte etwa die Ausweitung der hier getroffenen Maßnahmen für alle sein:
1. Servicezentren und kompetente Beratung für alle Erwerbstätigen in komplexen Beschäftigungs- und Versicherungssituationen (insb. Mehrfachversicherung);
2. Möglichkeit der Ruhendmeldung für alle Selbständigen (nicht nur für Gewerbetreibende und KünstlerInnen).

Stellungnahme unter: www.igbildendekunst.at


Reformen im Schneckentempo


Ambivalent fällt der Zwischenbericht des Kulturrats Österreich zu den Interministeriellen Arbeitsgruppen hinsichtlich einer Verbesserung der sozialen Lage von Künstlern und Kulturschaffenden des Landes aus. Insgesamt sei bei den zahlreichen Gesprächen während der vergangenen 15 Monate „wenig weitergegangen“, sagte Sabine Kock von der IG freie Theaterarbeit.
Kock präsentierte im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam mit Gabi Gerbasits von der IG Kultur Österreich (http://igkultur.at), Daniela Koweindl von der IG Bildende Kunst (www.igbildendekunst.at) und Maria Anna Kollmann vom Dachverband der Filmschaffenden Österreichs (www.filmschaffende.at) die ersten Ergebnisse der im April 2009 begonnenen Gespräche. Bei der längst überfälligen Novellierung des Schauspielergesetzes aus dem Jahr 1922 kam es laut Kock zu keinem zählbaren Resultat.
In den Bereichen der Sozialversicherung und der Arbeitslosenversicherung scheiterte man laut Koweindl zwar mit der Forderung, alle künstlerischen Tätigkeiten unabhängig von der Beschäftigungsform unter einem Versicherungsdach zu versammeln. Keinerlei Ergebnisse wurden in den Untergruppen Urheberrecht, Mobilität, Frauen in Kunst und Kultur, Steuerfragen erzielt. „Wir haben unsere Forderungen deponiert“, meinte Gerbasits, „darunter Kostenwahrheit bei Förderungen und Mindeststandards bei Honoraren, Steuererleichterungen bei Sponsoring und die Absetzbarkeit von Werbekosten“.
Im Bereich der Mobilität stehen die zunehmend verweigerten Visa-Bewilligungen für ausländische Kunstschaffende und die Wiedereinführung der 2006 abgeschafften Niederlassungsbewilligung auf dem Forderungskatalog. Und die Schaffung eines Urhebervertragsrechts oder die Ausweitung der Leerkassettenvergütung auf multifunktionale Speichermedien seien etwa in Deutschland schon lange umgesetzt. „In Österreich stelle sich“, so Kollmann, „vor allem die Wirtschaftskammer dagegen“.

Der Kulturrat Österreich lässt sich kein „X“ für ein „U“ vormachen und spricht von einem eher geringen Output der Interministeriellen Arbeitsgruppen.

Quelle: APA, 22. Juni 2010 - Illustration: Gabriele Szekatsch


Nützliche Infos für prekäre Kunstschaffende

Infobroschüre Selbständig Unselbständig ErwerbslosHoher Identifikationsgrad, großes Engagement, unterdurchschnittliches Einkommen und geringe soziale Absicherung – all das sind typische Merkmale von Menschen, die im Bereich Kunst und Kultur arbeiten. Für diese NutzerInnengruppe des Arbeitsmarktservice (AMS) hat der Kulturrat Österreich die Infobroschüre „Selbständig – Unselbständig – Erwerblos" herausgebracht.
Der Kulturrat ist ein Zusammenschluss der Interessenvertretungen von Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden. Er setzt sich gegen Prekarisierung und für Transparenz und Meinungsvielfalt ein. Die 44 Seiten starke Broschüre thematisiert die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Kunstschaffende in Österreich.

Weitere Information Infobroschüre als PDF: http://kulturrat.at/agenda/ams/infoAMS
  


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Kampf um Kulturbudgets

 

Kunst- und Bildungsministerin Claudia Schmied antwortete auf die Frage, welches der beiden Ministerien sie eher hergeben könnte: „Keines. Die Verbindung der beiden Ressorts ist programmatisch und zukunftsweisend. Ich wäre sogar bereit, das Finanzministerium dazuzunehmen, da ich die Finanzierung für meine Vorhaben brauche. Gerade vor dem Hintergrund neoliberaler Strömungen und der Finanzmarktentwicklung ist die Verantwortung des Staates für die Förderung und Finanzierung von Kunst und Kultur hochzuhalten. Dafür werde ich kämpfen.“

Andrea Schurian: „Es geht um das Ich im Wir und das Wir im Ich“, in: Der Standard, in: 24./25. April 2010.


Frauenfilmfestivals sind noch lange nicht obsolet

Die Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund, Silke J. Räbiger, antwortet auf die Frage, ob Frauenfilmfestivals heute überhaupt noch zeitgemäß sind: „Wir haben immer noch eine stark ausgeprägte Dominanz männlicher Protagonisten im Filmgeschäft und damit auch eine seit Beginn der Filmkultur bestehende männliche Sicht- und Rezeptionsweise. Es geht hier weniger um Handwerk – das haben viele Frauen genauso gut drauf wie Männer. Aber, um das bekannte Beispiel mal wieder zu bemühen: Nach 81 Jahren ging der erste Regie-Oscar an eine Frau. Diese Unsichtbarkeit auf Dauer zu durchbrechen, die breite Palette des weiblichen Filmschaffens präsent zu halten, ihre Themen, ihre Leistungen, und der große Spaß, den es macht, diese Filme anzuschauen – darum geht es bei einem Frauenfilmfestival.“

Kuratorin und Organisatorin des feministischen Kinoprojekts „kinovi[sie]on“. Gertraud Eiter im Gespräch mit Silke J. Räbiger: „No Oscar for Old Men“, AN.SCHLÄGE, Mai, 2010.


Barbara Pichler bleibt bis 2014 Diagonale-Chefin


Barbara PichlerBarbara Pichler ortet überholtes Familienbild als weibliches Karrierehindernis

Es gibt zu wenig Frauen an Stellen, die etwas bewegen können oder die überhaupt als Vorbild wahrgenommen werden“, meint Barbara Pichler, deren Vertrag als Intendantin des Grazer Filmfestivals Diagonale bis 2014 verlängert wurde. „Die Vorbildwirkung ist aber ambivalent. Da steht man dann wieder als Frau als eine da, die es geschafft hat, aber wie es jede für sich individuell organisiert, wird vergessen.“ Über die in Österreich herrschende Auffassung über Karrierefrau und Mutterschaft meint die seit 2008 erfolgreich agierende Diagonale-Chefin: „Einerseits sind Frauen zu wenig in Machtpositionen vorhanden und damit werden auch bestimmte Themen nicht eingebracht. Und es dominiert ein Familienbild, das aus noch lange nicht überwundenem Gedankengut kommt.“
Die diesjährige Diagonale fand vom 22. bis 27. März 2011 in Graz statt. 

Quelle: Warum haben Frauen die Opferrolle satt? In: www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/weltfrauentag/
2308609/warum-haben-frauen-opferrolle-satt.story, 7.3.2010. | Foto:  © APA



Kurzfilmwettbewerb „Fair Cut“ 


Fair CutSeit 29. September arbeiten Österreichs Frauen gratis

Der Equal Pay Day symbolisiert am Kalender die Gehaltsschere, die sich statistisch betrachtet zwischen Männern und Frauen auftut. Im Durchschnitt sind es 40 Prozent, die Frauen weniger verdienen. Österreich zählt seit Jahren zu Europas Schlusslichtern in Sachen Einkommensgerechtigkeit – derzeit Platz 25 von 27!
Die Grünen haben aus der gesellschaftspolitischen Not eine künstlerische Tugend gemacht und haben gemeinsam mit Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber und Maya McKechneay unter dem Thema Fair Cut einen Kurzfilmwettbewerb ausgerufen.
Filmpräsentation und Siegerehrung fanden im Wiener Top Kino statt.
Nicht nur der Siegerinnenfilm „121 payday in Vorarlberg“ setzt  Komplexes sehr klar um. Sämtliche eingereichten Filme beweisen Humor, Ernsthaftigkeit sowie spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Informationen (Bildnachweis): www.gruene.at/fair-cut.



Film als Wirtschaftsfaktor

Wirtschaftfaktor Film IllustrationÖsterreichischer Film als Antrieb der Wirtschaft

Die Edition „Der österreichische Film“ wurde um eine fünfte DVD-Staffel vergrößert. Bei der Pressekonferenz kamen auch filmpolitische Fakten auf den Tisch: ÖFI-Direktor Roland Teichmann präsentierte Ergebnisse des aktuellen Filmwirtschaftsberichts, für den man erstmals mit der Statistik Austria zusammengearbeitet habe, die „Film als starken Wachstumsmarkt herausstreichen“ . 8.000 Beschäftigte im Filmbereich und ein Gesamtumsatz von 874 Millionen Euro im Jahr 2009 „sprechen für sich“, so Teichmann. - Vor allem, wenn man sich die Zahlen ansieht, die das Missverhältnis zwischen den Einkommen weiblicher und männlicher FilmarbeiterInnen belegen.

Dominik Kamalzadeh: „Runde fünf für das Lexikon des österreichischen Films“, in: Der Standard, 22. September 2010.



Erfolgsprojekt österreichischer Film


Als „Erfolgsprojekt“ bezeichnet Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, den österreichischen Film: „Die heimischen Filmschaffenden stehen für beste Qualität und internationalen Erfolg. Durch die neue DVD-Staffel der Edition Der österreichische Film setzen wir einen weiteren Schritt dafür, die großartigen österreichischen Filme den Menschen in unserem Land näherzubringen und noch besser zu vermitteln.“

Claudia Schmidt, Ernst Kieninger, Claus Philipp, Georg Hoanzl, Roland Teichmann, Andreas Mailath-Pokorny: „Vielfalt und produktive Vitalität“, in: Der Standard, Edition: Der österreichische Film, Oktober 2010.



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